Wieso, weshalb, warum ...

1999 fing alles als kleines Projekt an.

Das alte Liederbuch unseres damaligen Bundes war nicht mehr erhältlich und so entstand die Idee, ein neues, eigenes Liederbuch zu schreiben. Der Schritt vom Kochbuch war nicht weit: Lieder sind auch nix anderes als Rezepte ohne Brühwürfel.

Wir haben uns verschiedenes vorgenommen.

Als erstes wollten wir die Texte und Melodien sogfältig recherchieren. Ein „Hermann der Pavian“ sollte uns nicht unterkommen.

Eine Aufgabe, die schon wegen des „Stille-Post-Effektes“ bei der Liedverbreitung nicht ganz einfach ist. Auch schreibt ein Liederbuch vom anderen ab, ohne zu prüfen, ob die Quelle das Lied überhaupt richtig wiedergibt. Wir hoffen, daß wir diese Klippe einigermaßen heil umschifft haben. Entdeckte Fehler werden umgehend auf unerer Errata-Seite bekannt gegeben.

Als nächstes wollten wir auch erklären, worum es in den Liedern eigentlich geht. Was ist denn nun mit „Lerman vor Pavia!“ Heißt jemand so? Ist das ein Name oder eine Berufsbezeichnung? Oder etwas ganz anderes? Wir haben bei der Recherche nach all diesen Fragen oft gelacht, gestaunt und in jedem Fall eine Menge dazu gelernt. In einer Rateshow über unnützes Wissen hätten wir jetzt gute Chancen.

Dann wollten wir auch jene an die Hand nehmen, die von Noten, Akkorden und Instrumenten noch gar keine Ahnung haben. Dazu haben wir eine kleine Einführung in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Musik und der Liedbegleitung geschrieben – vom Notenlesen über das Gitarrefesthalten bis hin zur Harmonielehre und Zupf- und Anschlagmustern (hier könnt Ihr die legendären, von uns erfundenen Fußballer-Anschläge kennenlernen: Ulf Kirsten, Franz Beckenbauer und Michael Rummenigge). Außerdem gibt es ein kleines Instrumentenlexikon und natürlich Grifftabellen für alle erdenklichen Saiteninstrumente, die so auf Fahrt rumgeschleppt werden können.

Und schließlich wollten wir legal sein. Nicht mit der Pseudo-Krücke „Liederbuch zum internen Gebrauch“ arbeiten. Wir wollten das geistige Eigentum respektieren und von allen Rechteinhabern die notwendige Abdruckerlaubnis einholen. Ein Ziel, das wir weitestgehend geschafft haben, auch wenn es verdammt viel Detektivarbeit war. Viele Autoren haben ihre Lieder unter Ihren Fahrtennamen veröffentlicht, doch wer sind denn utta, Bronco oder Ratz wirklich? Und wo findet man sie?

Das war eine sehr spannende Arbeit und es war toll mit den einzelnen Autoren zu sprechen. Teilweise wußten die gar nicht, daß ihre Lieder noch lebendig sind. Weil noch nie jemand danach gefragt hat ...

Und bei diesen ehrgeizigen Zielen mußten wir feststellten, daß es doch kein „kleines Projekt“ wird.

Fast acht Jahre später ist der Codex nun fertig. Und wir hoffen, Ihr seid mit dem Ergebnis zufrieden.

Momo & Pato

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